„Die Werkstatt ‚Slow Science‘ zielt darauf ab, Forschende an das Thema der Entschleunigung heranzuführen, um Spielräume für Arbeitsbedingungen auszuloten, die neugiergetriebene Forschung ermöglichen und Wohlbefinden von Wissenschaftler:innen nicht belasten.“
Einen höheren h-Index, schneller zur Publikation, weitere Fördermitteleinwerbungen – Wachstums- und Konkurrenzlogiken prägenden Arbeitsalltag von Forscher*innen. Für eine intensive Auseinandersetzung mit bestehender Forschungsliteratur, gute Lehre, und Wissenschaftskommunikation und -transfer außerhalb von Logiken ökonomischer Verwertung bleibt kaum noch Zeit. (Selbst-)extraktive Arbeitspraktiken belasten zudem insbesondere im akademischen Mittelbau die mentale Gesundheit und das Wohlbefinden der Forschenden.
Hinter der Aufforderung zur Slow Science steht ein wissenschaftliches Paradigma, welches die Qualität der Forschung und das Wohlbefinden der Wissenschaftler:innen in den Fokus nimmt. Die Werkstatt setzt an diesem Konzept an, und erkundet über vier Phasen mit Forschenden der Universität Münster Handlungsspielräume für Entschleunigung in der Wissenschaft.
Das Format orientiert sich am Werkstatt-Modell, das in vier Phasen Akteure zusammenbringen und neue Lösungen entstehen lassen will. Die Werkstatt bietet Raum für Reflexion und gegenseitige Unterstützung und erkundet systemische Faktoren, die das Wohlbefinden der Forschenden belasten.
Die Co-Generierung von Systemwissen erfolgte maßgeblich in den während des Experimentierzeitraumes im Wochenrhythmus stattfindenden Workshoptreffen, wobei die Workshop-Leitenden als teilnehmende Beobachtende eine Doppelrolle einnahmen.
Julia Wiethüchter, Fynn Schmidt: Werkstatt-Begleitung
Workshop-Teilnehmende
Externe Kolleg:innen, die durch Inputs und Diskussion eines eigenen Selbstexperiments zum Ausprobieren der konkreten Maßnahmen inspirierten.